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| Starke machen Niederlagen stärker, schwache noch schwächer |
Dieser
Satz bezeichnet am Besten die Deutschen und erschwert zugleich den Aufbau
normaler Beziehungen zwischen der Slowakei und Deutschland. Deutsche haben,
trotz der Niederlagen im diesem Jahrhundert, die kaum schrecklicher sein
konnten, bewiesen, daß sie in Europa zu den führenden Nationen gehören,
für die die Eigenstaatlichkeit und Identität nicht Isolierung und Einschliessung,
sondern die Öffnung den Strömungen, die die Zukunft des Planeten formen,
bedeuten. Trotz der Irrtümer wird immer wieder an die Tradition des tausendjährigen
Römischen Reiches der deutschen Nation angeknüft und Schritte machen die
die Idee der Europäischen Einheit vorantreibt.
Die mittelalterliche Idee der Wiedergeburt des Römischen Reiches, bei der die Deutschen an der Spitze des neugeformten Europas standen ist eine wahrlich europäische Idee und der deutsche Kaiser Karl der Große gehört zu den Europäern der ersten Stunde. Deshalb ist es nicht verwunderlich das die deutsche Politik, trotz der 12 Jahre Hitler-Bärberei im Europa-Gedanken ihre Verwirklichung fand und die Nachkriegs Bundesrepublik Deutschland zur Lokomotive der europäischen Einheit wurde. Nach zwei Weltkriegen, unzähligen Revolutionen und Unruhen wurde der Europa-Gedanke zu dem Gedanken schlechthin, der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts alle Bemühungen vereint und dem politischen und wirtschaftlichen Leben in Europa Perspektive gibt. Nicht Kriege und Gewalt, sondern Frieden und Zusammenarbeit wurden nach Jahrhunderten der Kriege und des Hasses zum Haftstoff der Zukunft. Deutschland hat aus der Vergangenheit gelernt und die Nabelschnur zum Atavismus und zur urzeitlichen Klangesellschaft, die nur ihre eigenen Bedürfnisse kannte, durchgeschnitten.
Wie unterschiedlich dazu ist die Position der heutigen Slowakei. Während Deutschland einen bedeutenden Beitrag zur Gestaltung der geistigen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklung in Europa leistete, war die Slowakei ohne eigene Staatlichkeit ein bedeutungsloser Faktor im Konzert der Kräfte, die Europa formten. Am meisten beunruhigend ist die Tatsache, daß die Slowaken nach der Erlangung eigener demokratischer Staatlichkeit anfang 1993 nicht fähig waren, wie allgemein erwartet wurde, sich in die europäischen Strömungen einzureihen und am Ausbau des gemeinsamen europäischen Hauses mitzuwirken. Zahlreiche Bewohner der Slowakei haben sich als Kinder des 18. und 19.Jahrhunderts und nicht als mündige Europäer aufgeführt. Das ist die wahre Ursache für die Zurückhaltung und Vorsicht der deutschen Seite in den deutsch-slowakischen Beziehungen.
Niemand ist in der Bundesrepublik Deutschland gegen die Slowakei voreingenommen, wenn jemand das den Slowaken einreden will, dem muß man sagen, er irrt sich. Deutschland ist an guten Beziehungen zu allen Völkern und Ländern Europas interessiert und die Slowakische Republik ist im Bewußtsein der deutschen politischen Elite als ein zentrales Land eingeschrieben, dessen geopolitische Bedeutung niemand unterschätzen kann und will. Dafür aber, daß die Slowakei ein richtiger Partner und kein Kind mehr bleibt, dass in Europa nur Probleme schafft, ist notwendig das die Slowakei begreifft, daß Politik mit Mitteln des 18. und 19. Jahrhunderts Ende des 20.Jahrunderts nicht gemacht werden kann. Auch deshalb wird auch in Deutschland erwartet, daß die Slowakei nicht nur die Spielregeln, die in Europa gelten begreifft, sondern sie auch lernt und sich ihrer eigen macht, sie verinnerlicht und zum Prinzip ihres Denkens und Tuns macht.
Eine prosperierende Wirtschaft ist sicher ein wichtiger Faktor, aber eine stabile Demokratie und ein funktionierender Rechtsstaat sind vel wichtiger, da die Wirtschaft mißbraucht werden kann. Das Gift des Nationalismus und des falschen Patriotismus, das immer mehr die slowakische Gesellschaft vergiftet sind ebenfalls Grund für die Vorsicht und Zurückhaltung der deutschen Seite.
Wer die slowakische Gesellschaft radikalisiert und denkt, daß er für solche Abenteuer Unterstützung in Deutschland findet, der hat nichts davon begriffen, was sich in Deutschland seit Kriegsende abgespielt hat und dass die Europa-Idee in den Deutschen die zuverlässigsten Verfechter hat. Deutsch-slowakische Beziehungen sind in mancher Hinsicht gut. Die Zukunft hängt aber von der politische Lage in der Slowakei ab.
Die Qualität und Intensität der slowakisch-deutschen Beziehungen wird durch die Entwicklung auf der slowakischen politischen Szene bestimmt. Hier sind alle verantwortlich! Unsinnige Beschuldigungen und üble Nachrede helfen uns nicht weiter. Sie beweisen eigentlich daß wir es noch nicht begriffen haben. Wer seines eigenen Schicksals Schmied sein will, muß aber begreiffen. Das gilt gleichermaßen für die Opposition wie für die Regierung, die momentan die Verantwortung trägt. Deutschland ist an guten Beziehungen zu der Slowakei interessiert. Darüber legen Zeugnis alle gegebenen Signale ab. Es liegt an uns, diese Signale richtig zu deuten und die entsprechenden Schlüße zu ziehen.
Abschliessend nur soviel, slowakisch-deutsche Beziehungen, das ist eine Gleichung ohne Unbekannte!
Bohuš Zvrškovec
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