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| Slowakisch-deutsche Zusammenarbeit im Bereich der Bildung |
Für
das Schuljahr 1997/98 erteilte der Deutsche akademische Austauschdienst
(DAAD) an Bewerber aus der Slowakei 16 Jahresstipendien, 4 Stipendien für
kurzfristige Forschungsaufenthalte, 13 Stipendien für Semestralaufenthalte
für Germanisten, 30 Stipendien für sommerliche Sprachkurse, 18 Stipendien
für 1 bis 3monatige Forschungsaufenthalte und 1 Stipendium im Rahmen des
NATO-Programms. Die Programm- und Administrationsdirektorin der Slowakischen
akademischen Informationsagentur (SAIA) O¼GA ŠUBENÍKOVÁ bietet in ihrem
Beitrag einen Überblick der Entwicklung der slowakisch-deutschen Zusammenarbeit
im Bereich der Bildung seit 1990 bis heute.
Trotz zahlreicher eigener Probleme in Zusammenhang mit dem Fall der Berliner Mauer gehörte die Bundesrepublik Deutschland zu den ersten Ländern die gleich im Jahre 1990 dem slowakischen Schulwesen und der Wissenschaft helfen wollten. Es betraf alle Bereiche - die Arbeiten am neuen Hochschulgesetz, die Lenkung der Wissenschaft, den Fremdsprachen-Unterricht, die Wirtschaftlichs- und Gesellschafts-Wissenschaften, die Vorbereitung der Lehrer für alle Schulstufen, die Diversifizierung der Hochschulbildung, die Finanzierung der Hochschulen und der Wissenschaft, die Anerkennung der Zeugnisse, die Fernstudien, die Studenten-Mobilität, die Vorbereitung der Lehrbücher für alle Schulstufen, die Fragen der Fach- und Fortbildung, die Lehrlingsbildung usw.
Aufgrund der Empfehlung einer Expertengruppe der OECD aus dem Jahre 1992, die sich mit den Problemen des tschecho-slowakischen Hochschulen befasste, wurden Programme für ihre Diversifizierung erarbeitet. Dazu gehört die experimentelle Einführung der Fachhochschulen, die in Zusammenarbeit und nach deutschem Vorbild entstanden sind. Dieser Studientypus wurde an bestehenden slowakischen Universitäten technischer Ausrichtung eingeführt (z.B. in Trnava und Prešov). Leider erhielt dieses Fachhochschulen-Experiment keine gesetzliche Norm und wurde auch nicht in der Novelle des Hochschulen-Gesetzes aus dem Jahre 1996 berücksichtigt, was praktisch zum Ende des Experimentes und schliesslich seinen Untergang bedeutete.
Für Hunderte von Studenten, jungen Wissenschaftlern aus der Slowakei schuf Deutschland einen Raum für die Studien-, Forschungs- und Wissenschafts-Aufenthalte an deutschen Hochschulen und Forschungsanstalten, sowie in Sprachkursen. Der Grossteil dieser Aufenthalte wurde durch Stipendien und Grants deutscher staatlicher Institutionen und Nicht-Regierungs-Organisationen die sich mit der Unterstützung der Wissenschaft und Bildung befassen, getragen. Es waren der Deutsche akademische Austausdienst, die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Volkswagen-Stiftung usw.
Unter Vermittlung der "Deutschen Forschungsgemeinschaft" erhielten slowakische Bibliotheken kostenlos eine Menge Fachliteratur. In der Universitäts-Bibliothek in Bratislava und in der Bibliothek der Technischen Universität in Košice wird derzeit mit finanzieller Unterstützung aus Deutschland ein Projekt realisiert. In seinem Rahmen wird die Möglichkeit entstehen mit Hilfe von 2 Server-Computern direkten Zugriff auf deutsche Bibliotheken zu haben und kostenlos Via e-mail die benötigte Literatur zu bekommen.
Bereits
im Frühjahr 1990 entstand die Idee der bilingualen Gymnasien. Bei der Durchsetzung
der Idee bilinguale Sektionen an Gymnasien zu errichten wurde mit der Bedeutung
der entsprechenden Vorbereitung der jungen Generation für die zu erwartende
Mobilität in Europa argumentiert. In Zusammenarbeit mit Österreich, Frankreich,
Spanien, Groß-Britanien und Italien gelang rasch die Öffnung der ersten
bilingualen Sektionen. Die slowakisch-deutsche bilinguale Sektion am Gymnasium
in Poprad wurde in Zusammenarbeit mit Deutschland ab dem Schuljahr 1991/92
eröffnet. Deutschland versorgt diese bilinguale Sektion mit Sprachlehrern
und Lehrern für ausgewählte Fachgegenstände, mit Lehrbüchern, Lehrtexten
und Hilfsmitteln. Geholfen wird bei der Vorbereitung der slowakischen Lehrer
für Fachgegenstände in der deutschen Sprache auch mit Studienaufenthalten
für slowakische Lehrer. Studenten dieser Sektion erreichen besonders gute
Studien-Ergebnisse, davon zeugt auch die Tatsache daß 97 Prozent der Absolventen
auf Hochschulen weiterstudieren, wobei sie den Vorteil genossen haben das
ihre Abitur-Zeugnisse als erste in Deutschland anerkannt wurden.
Beginnend mit dem Schuljahr 1998/99 wird die Bundesrepublik Deutschland die slowakischen Abiturzeugnisse der Gymnasiums-Absolventen anerkennen. Die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen der Ständigen Konferrenz der Kultursminister der Länder entschied über die Anerkennung der Abitur-Zeugnisse von slowakischen Gymnasien ab dem Sommersemester 1998. Deutschland ermöglicht mit dieser Entscheidung den slowakischen Studenten einen problemlosen direkten Zugang auf deutsche Universitäten.
Große Aufnerksamkeit widmet Deutschland dem Deutsch-Unterricht in der Slowakei. In diesem Schuljahr waren in verscheidenen Städten auf Grundschulen und Gymnasien 36 Deutsch-Lehrer tätig. An den slowakischen Universitäten arbeiten 13 Lektoren für deutsche Sprache und Literatur. Im Jahre 1991 wurde eine Expertengruppe der slowakischen Deutsch-Lehrer unter der Leitung des deutschen Fachberaters vom Goethe-Institut in Bratislava gegründet. An der Zusammenarbeit beteiligte sich auch die Hochschule in Kassel. Wäre nicht diese Gruppe, gäbe es nie hochwertige Schulbücher für den Grundstufen-Deutschunterricht "Hallo, da bin ich" und für Fortgeschrittene "Schau mal!". Diese Gruppe erarbeitete Studienpläne für alle Stufen an Grund- und Mittel-Schulen. In diesem Jahr wird mit dem Fernunterricht für Deutschlehrer an der Universität in Prešov in Zusammenarbeit mit der Hochschule in Kassel begonnen. Auch ein Verdienst der erwähnten Expertengruppe.
Die Ergebnisse der langjährigen Zusammenarbeit der slowakischen Hochschulen mit Partnern aus Deutschland können folgende Beispiele belegen:
Das Institut für öffentliche Verwaltung an der Juristischen Fakultät der Pavol-Jozef-Šafárik-Universität in Košice eröffnete mit finanzieller Hilfe der deutschen Seite im Schuljahr 1995/96 in Zusammenarbeit mit der Universität in Bayreuth ein 4-jähriges Magister-Studium in slowakischer und deutscher Sprache. In diesem Schuljahr beenden die ersten Absolventen dieses Studium. Am Institut sind 13 deutsche Lektoren tätig, 21 Gegenstände werden in deutscher Sprache gelehrt. Das Institut bereitet Fachleute für die öffentliche Verwaltung und für das Eigentumsrecht.
Die Wirtschafts-Universität in Bratislava beginnt in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg ein Hochschul-Studiumsprogramm in deutscher Sprache. Vortragende werden deutsche und slowakische Hochschullehrer sein. Nach dem Abschluß von minimal 7 Gegenständen können slowakische Studenten ein Studien-Semester an der Partnerschule in Halle absolvieren. Neben diesem Studium in deutscher Sprache eröffnet die Wirtschaftsuniversität in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der Europäischen Wirtschaftsuniversität in Berlin ein MBA (Master of Business-Administration) - Programm in deutscher und slowakischer Sprache.
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