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| Commerzbank war die erste deutsche Bank in der Slowakei |
Über
die Aktivitäten der Commerzbank in der Slowakei, sowie über unternehmerische
und menschliche Erfahrungen sprechen wir mit dem Generaldirektor der Repräsentanz
in der Slowakei mit Sitz in Bratislava Guy de Roeck
Eine funktionierende Marktwirtschaft setzt für ihre Tätigkeit ein effektives Bankwesen mit einer kompletten Dienstleistungspalette voraus. Die erste deutsche Bank in der Slowakei war die Commerzbank mit ihrer Zentrale in Frankfurt am Main. Beginn der opperativen Tätigkeit der Repräsentanz der Bank in Bratislava war Ende 1994. Bei der Entscheidung über die Slowakei-Aktivitäten spielte die Größe des Marktes mit 22 aktiven Banken eine bestimmte Rolle. Die Suche nach einem Modell für die Slowakei hält der Generaldirektor der Repräsentanz der Commerzbank Guy de Roeck für erfolgreich abgeschlossen. Für die Slowakei wurde eine spezifische Form der Repräsentanz mit erweiterten Vollmächten beschlossen.
Welche Aktivitäten unternimmt die Repräsentanz in der Slowakei?
20 bis 25 Prozent unserer Aktivitäten sind auf die Unterhaltung der Kontakte zu den Banken in der Slowakei ausgerichtet. Wir wollen den Anteil der Commerzbank am internationalen bilateralen Handel bei Export und Import vergrößern. Wir wollen voll in den Handel zwischen Deutschland und der Slowakei integriert sein.
Den Großteil unserer Aktivitäten - 75 bis 80 Prozent stellt die Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten für den Investitionsbereich in der Slowakei dar. Den Schwerpunkt für uns liegt im Bereich der Infrastruktur, der Energiewirtschaft und der Telekommunikation. Dabei üben wir unsere Funktion als eine "loan and bussiness produktion office" aus. Wir suchen nach Projekten, die für Investoren akzeptabel wären. Unser Klient muß nicht ein gemeinsames Unternehmen mit Auslandsbeteiligung sein, wir stehen auch für rein slowakische Projekte zu Verfügung.
Welche slowakische Unternehmen gehören zu ihren Kunden?
Die Finazierung erfordert ein bestimmtes Know-How und Kenntnisse, um es ins Leben umzusetzen. Wir bieten mittel- und langfristige Finanzierung der Projekt-Finanzierung an, oder Syndikat-Kredite. Die Bedeutung und Seriosität der Firma spielen bei unseren Aktivitäten eine bestimmte Rolle. Für die Commerzbank arbeiten in Bratislava 4 Personen, der Sitz ist in Bratislava. Das engt den Kreis der möglichen Kunden ein. Wir stehen den größten slowakischen Unternehmen zur Verfügung, die entsprechende Investitionsprojekte vorlegen könne. Zu solchen gehören das Unternehmen Slovenský plynárensky priemysel, a.s. (die Slowakische Gasindustrie AG), Nafta Gbely a.s. (Erdöl- und Gaslagerung, Gbely AG) Slovnaft a.s. (die größte Petrochemie-Firma) oder VSŽ a.s. Košice (Eisen- und Stahl-Hüttenwerke) - man kann sagen es sind die "blue chips", die Flaggschiffe der slowakischen Industrie. Klein- und Mittelunternehmen gehören derzeit nicht in den Kreis unserer Zielkunden.
Beim Aufbau der Repräsentanz und bei Ihrer Tätigkeit in der Slowakei sind Sie in Berührung mit dem unternehmerischen Millieu im Lande in Berührung gekommen. Wo sehen Sie die größten Probleme?
Auslandsinvestoren messen dieser Frage große Bedeutung zu. Westliche Banken sind es gewohnt mit Unternehmen in Kontakt zu treten und ihnen unter bestimmten Bedingungen Kredite zu gewähren. So ist es überall. Parallel werden Abkommen abgeschlossen, Garantien festgesetzt, die von den lokalen Partnern eingehalten werden. In der Slowakei, in dieser jungen Republik, ist es nötig daß die Unternehmer die Kunst des Unternehmens lernen. Im Westen gehen diese Sachen vom Vater auf den Sohn über, sie werden vererbt. Hier merkt man Unterschiede, die einer anderen Struktur entstammen. Dazu kommt die Tatsache, das der Außenhandel zentral aus Prag gelenkt wurde, hinzu. Eine ganze Reihe junger Unternehmer müßen große Unternehmen leiten, und dabei auf die ererbte Grundlage der Handelsbeziehungen verzichten. Es ist spürbar, doch man kann damit leben. Wir wissen bereits wo die Schwachstellen in den unternehmerischen Strukturen sind.
Welche Empfehlungen würden Sie den Unternehmern geben, die in der Slowakei ihr Geld anlegen möchten?
Aus Gesprächen mit Auslandsinvestoren in der Slowakei erfahren wir, dass die Zufriedenheit überwiegt. Es gibt Defizite im Bereich der Steuern und bei der Waren-Ausfuhr und -Einfuhr. Wenn wir diese Schwachstellen wegdenken, ist die Investition in der Slowakei erfolgreich. Die Mehrheit der Investoren denkt an die Ausweitung der Aktivitäten in der Slowakei.
Diese Frage hat für mich persönlich eine große Bedeutung. Ich komme aus Belgien, einem kleinen Land, dass ähnliche Probleme wie die Slowakei hat. In unserem Land haben wir ein Sprachproblem, zwei unterschiedliche Nationalitäten-Strukturen und -Kulturen stehen gegeneinander. Mit meinen Kenntnissen und Erfahrungen kann ich mich viel leichter in die Strukturen des Landes integrieren, besser seine Probleme verstehen und künftige Probleme voraussehen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, ich wurde überall sehr gut aufgenommen. Ich haben Verständnis für Probleme, auch wenn ich sie nicht für gut halte. Meine Lebenserfahrung bietet mir hier einen Vorteil.
Herr Guy de Roeck, wir bedanken uns für das Gespräch.
Vorbereitet von Milan Hajóssy
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