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| VW in der Slowakei |
Das
Gespräch mit Michael Ulbricht, dem Konzernbeauftragten für Osteuropa, führte
Bohuš Zvrškovec.
1997 blieb der Volkswagenkonzern bereits im 13ten Jahr unangefochten die Nummer Eins in Europa. Wie schätzt man bei Volkswagen die Marktsituation in Osteuropa ein?
Die Volkswagen-Gruppe ist Marktführer in Zentral- und Osteuropa und ist darüber hinaus durch eine Reihe von Produktionsstätten vertreten.
Wir erwarten in dieser Region ein anhaltendes Wachstum für die Volkswagen-Gruppe. Im Jahre 1997 hat der Volkswagen-Konzern weltweit 6,4 Prozent mehr Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert als in 1996, insgesamt 4 250 000 Fahrzeuge.
Mit 28,8 Prozent der Auslieferungen an Kunden hat Škoda auch im abgelaufenen Jahr den größten Volumenzuwachs in Zentral- und Osteuropa.
Wie sieht in diesem Zusammenhang eigentlich die Position von Škoda aus?
Škoda ist in Zentral- und Osteuropa stärkste Konzernmarke. Insgesamt hat Škoda 185 000 Fahrzeuge ausgeliefert, was einem Anteil von rund 64 Prozent an den Konzernauslieferungen entspricht.
Škoda soll auch zukünftig unser Motor für die Marktentwicklung in Zentral- und Osteuropa sein und ein Vorreiter für unsere Aktivitäten in dieser Region bleiben. Ein wesentlicher VW-Erfolgsfaktor im globalen Wettbewerb ist das frühzeitige Engagement des Konzerns in zukünftigen Wachstumsmärkten.
Wir sind auch der größte Fahrzeughersteller in Zentraleuropa. In 1997 haben rund 27 000 Mitarbeiter 460 000 Fahrzeuge gefertigt. Im Rahmen des konzerninternen Lieferverbundes wurden außerdem 570 000 Motore, 290 000 Getriebe und weitere Komponenten hergestellt.
Welche Bedeutung hat der Volkswagen-Konzern in der Slowakei?
In der Slowakei konnte der Volkswagen-Konzern 34 910 Neuzulassungen in 1997 realisieren, was einem Marktanteil von 56,1 Prozent entspricht.
36 Prozent der 6 Prozent Beschäftigungsmaßnahmen wurden in Zentral- und Osteuropa - entspricht DM 1,2 Milliarden - direkt realisiert. Addiert man noch das Einkaufvolumen von Škoda hinzu, ergibt sich ein Beschaffungsvolumen von DM 3,6 Milliarden, wobei die Slowakei mit DM 450 Millionen berücksichtig ist.
In welchen Bereichen ist der Konzern in der Slowakei aktiv?
Gegenstand der Produktionsgesellschaft Volkswagen Bratislava GmbH ist die Fertigung von Fahrzeugen, Getrieben und Fahrzeugkomponenten.
Die Fertigungsplanung für dieses Jahr sieht ein Volumen von insgesamt 120 000 Fahrzeugen VW Golf, was nahezu eine Verdreifachung des Vorjahresvolumens bedeutet, die Fertigung von 322 500 Getrieben und mehr als 7 Millionen Komponenten vor. Ende 1997 beschäftigte Volkswagen Bratislava rund 3 500 Mitarbeiter und wird voraussichtlich weitere 1 000 Mitarbeiter.
In Bratislava wurden 240 Millionen DM investiert und bis Ende 1998 sollen weitere 185 Millionen DM, vornehmlich in neue Fertigungstechnologie, investiert werden. Hiermit ist Volkswagen einer der wichtigsten Investoren in der slowakischen Volkswirtschaft.
Die Volkswagen Elektrické systémy GmbH in Nitra fertigt Fahrzeug-Kabelbäume, derzeit sind 900 Mitarbeiter beschäftigt und ein Ausbau auf 1 300 Mitarbeiter ist geplant.
Wie ist die bisherige Erfahrung von Volkswagen auf dem slowakischen Markt?
Wir haben unseren Schritt, in die Slowakei zu gehen, nicht bereut. Heute zählt das Werk zu den modernsten und effizientesten Fertigungsstätten im Konzern und hält seit Jahren einen Spitzenplatz in der konzerninternen Qualitätsliga.
Unsere Zusammenarbeit mit der Slowakei und speziell den Vertretern der Regierung und Institutionen basiert auf gegenseitigem Vertrauen.
Zu den Stärken zählen die Standortfaktoren, insbesondere die Qualifikation und Motivation des Personals. Ausbaufähig ist aus unserer Sicht vor allem die Entwicklung der Zulieferindustrie, die es in dem heute erforderlichen Umfang früher nicht gab. Wir versuchen, entsprechende Zulieferstrukturen in der Slowakei aufzubauen. Wir sind überzeugt, daß dies gelingt.
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