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| Moderne Eisenbahnen - ein wichtiger Pfeiler einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft |
"Der
Erfolg unseres Unternehmens hängt auch von den Aktivitäten der Regierungen
in den betroffenen Ländern ab. Eisenbahnen befinden sich überwiegend im
Besitz des Staates, deshalb ist der Fortschritt in diesem Bereich nur im
Einklang mit den Entscheidungen der Regierung möglich. In der Gegenwart
ist KRAUSS-MAFFEI eine 100 prozentige Tochtergesellschaft der Mannesmann
AG und ihre Aktivitäten umfassen ein weites Feld. Weltweit beschäftigen
wir rund 8000 Menschen, davon 4000 in München. Wir sind stolz darauf, daß
uns innerhalb von 10 Jahren die Konversion der militärischen Produktion
in den Zivilbereich gelungen ist. In der Geschichte der Firma sind wir
zum größten Hersteller von Tank- und Panzerfahrzeugen sowie sonstiger Militärtechnik
geworden. Diese Produktion stellte 80 Prozent unserer Aktivitäten dar.
Heute ist es, Gott sei Dank, genau umgekehrt", das sagte Werner Görlitz,
Abteilungs-Direktor für Verkehrstechnik von KRAUSS-MAFFEI und setzte fort:
"Ein ähnliches Problem hat die Slowakei, wo ein Großteil der Produktion
die Spezial- d.h. Militärtechnik darstellt - und große slowakische Unternehmen,
wie die ZS ihren Produktionsschwerpunkt ebenfalls vom militärischen in
den Zivil-Bereich verlagern müßen".
Wie kam eigentlich die Zusammenarbeit mit der Slowakei zu Stande?
"Wir haben gewußt, daß in Dubnica nad Váhom einmal Lokomotiven hergestellt wurden. Deshalb haben wir vor 2 Jahren Kontakte zu der ZS aufgenommen, um über Kooperationsmöglichkeiten zu sprechen. ZS war im "Sowjetblock" vor allem ein Rüstungsbetrieb. Wir dachten, daß sie ähnliche Probleme mit der Konversion haben wie wir sie hatten, und unser Zusammenarbeitsangebot im Bereich der Lokomotiven wurde in Dubnica zum Erfolg," meint W.Görlitz.
Zur Vermittlung der Kontakte haben die bayerische und die slowakische Regierung beigetragen. In Dubnica wurde über die Wiederaufnahme der Lokomotiv-Produktion entschieden. Der erste Schritt bei der Zusammenarbeit ist die Modernisierung der bestehenden Lokomotiven, die veraltet sind. Die erste Aufgabe ist es, in die ÈKD-Lokomotiven neue amerikanische Dieselmotoren einzubauen. Der Preis für die Modernisierung beträgt die Hälfte des Beschaffungspreises für eine neue Lokomotive. Die ersten 5 Lokomotiven mit einer Leistung von 1000 kW werden bereits umgebaut. Für die Zukunft rechnet man mit der Modernisierung von mehr als 100 Lokomotiven. Gleiche Lokomotiven wie in der Slowakei, verkehren in Tschechien, Rußland, in der Ukraine und in weiteren Ländern des ehemaligen "Ostblocks", deshalb ist eine solche Modernisierungsaktion für die ZS ein guter Auftrag, bei dem KRAUSS-MAFFEI vor allem mit elektronischen Steuerungssystemen behilflich ist. J.Baranèok, Direktor des Unternehmens will ein ähnliches Programm in der Ukraine starten.
Der zweite Schritt bei der Zusammenarbeit, die ein Kooperationsvertrag festhält, wäre die Lokomotiv-Produktion. "Die Herstellung ist besser als die Einfuhr," unterstreicht der deutsche Manager, "wir stellen auch für diesen Bereich unser Know-how und Erfahrung zur Verfügung, können die Module liefern, die Montage wird dadurch in der Slowakei möglich und die Slowakei kann ihren Eigenbedarf ohne Investitionen in eine aufwendige Entwicklung decken.
Auch weitere Projekte sind möglich. Wenn im Bereich der Eisenbahntechnik die Zusammenarbeit erfolgreich sein wird, könnte man über eine Zusammenarbeit im Kunststoff-Bereich nachdenken, wo sich nach Worten von W.Görlitz ein Kooperation mit dem Automobil-Hersteller VW anbietet.
Voraussetzung dafür ist die Unterstützung der slowakischen Regierung beim Ausbau und der Modernisierung des slowakischen Eisenbahnnetzes. "Investitionen in die Eisenbahn sind Investitionen in die Zukunft. Die Slowakei ist durch ihre zentrale Lage im südöstlichen Europa für den Bau einer Eisenbahn-Magistrale, die den Westen mit dem Osten verbinden soll, vorbestimmt. Dabei wird die Slowakei Hilfe von der Europäischen Union benötigen. Europa wird zusammenwachsen, es wird immer wenigen Grenzen geben und der Verkehr wird ungestört strömen können. Und in der Slowakei gibt es alle Voraussetzungen dafür, damit das worüber ich spreche kein Traum bleibt," betont W.Görlitz.
"Der Ausbau der Infrastruktur muß zur Aufgabe gesamteuropäischer Bedeutung werden. Auch hier wollen wir unsere Erfahrungen zur Verfügung stellen, da sich die bisherige Zusammenarbeit im Dreieck ZS Dubnica nad Váhom, Martimex und KRAUSS-MAFFEI mit Perspektive entwickelt," betont zum Abschluß des Gespräches mit Slovak Trade FORUM in München der Abteilungsdirektor für Verkehrstechnik der KRAUSS-MAFFEI-Gruppe Ing. Werner Görlitz..
Vorbereitet von Bohuš Zvrškovec
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Slovak Trade FORUM