Der Staat sollte den Export mehr unterstützen

Über die Probleme der slowakischen Produzenten und Exporteure, über ihre Möglichkeiten sich auf den ausländischen Märkten durchzusetzen, spricht VLADIMÍR CHLEBO, Vorstandsmitglied der Slowakischen Handels- und Industriekammer (SOPK) und Vorstandsvorsitzender der Regionalkammer der SOPK in Košice.

Wie ist die Exportfähigkeit der slowakischen Hersteller?

Die Bewertung dieser Fähigkeit kann aus mehreren Blickwinkeln und unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien durchgeführt werden. Ich will drei als Beispiel nehmen. Als erstes, ist es die Fähigkeit unserer Produzenten, die hohen Ansprüche der Auslandsmärkte zu erfüllen. Über den erreichten Fortschritt zeugt die Tatsache, daß einzelne Firmen erfolgreich verschiedene Zertifikate in entwickelten Ländern errreichen, die von ihren Partnern gefordert werden. Als zweites kommt die Absatzfähigkeit des Produktes, genauer gesagt der Marke. Leider dauert der Zustand an, daß slowakische Produkte hauptsächlich wegen der billigen Arbeitskraft auch unter fremden Marken verkauft werden. In Vergangenheit war es umgekehrt, unter slowakischer Marke wurde auch die billige Arbeitskraft aus den Entwicklungs-Ländern verkauft. Als drittes ist es die staatliche Exportunterstützung, die leider sehr schwach ist. Wir haben die Eximbank, den Fonds zur Außenhandels-Unterstützung und weitere unterstützende Faktoren, doch es fehlt das was jeder Exporteur am meisten erwarten würde:größere Unterstützung bei der Gewährung von "weichen" Krediten, mehr Geld für die Durchfinanzierung der Konsignations-Verluste, eine viel größere Unterstützung bei der Gewinnung von Mitteln für neue Technologien seitens ausländischer Treuhänder, durch Leasing oder auf eine andere Art und Weise. Wir benötigen viel mehr geschulte Leute im Bereich des Marketings, der Marktforschung, der Public Relations, die wir im jeden Land, wohin wir exportieren wollen, benötigen.

Diese Kriterien kann man für Funktionen im Exportbereich halten, einige von ihnen beginnt die Slowakische Handels- und Industriekammer zu erfüllen. SOPK hat eine Zusammenarbeit mit dem Fonds zur Außenhandelsunterstützung aufgenommen. In der Slowakei soll ein Handelstechnik- und Marketing-Zentrum entstehen. Wir werden ein Netz solcher Zentren aufbauen, mit Servis- und Marketing-Abteilungen und mit Konsignations-Lagern. Diese Aufgaben haben in der Vergangenheit speziallisierte Außenhandels-Unternehmen erfüllt, die jedoch bereits aufgelöst wurden oder sich am Ende ihres Weges befinden.

Wo kann sich der slowakische Exporteur leichter durchsetzen: auf den westlichen oder östlichen Märkten?

Die Anforderungen auf beiden Märkten sind bereits gleich hoch. Ich denke deshalb, wir können uns eher im Westen durchsetzen. Im Westen sind wir aus mehreren Blickwinkeln interessant, hauptsächlich durch die ungewöhnliche Gegenwart. Unsere Ware ist aus der Qualitätssicht für sie billig, sie wollen uns testen.

Denken Sie nicht, das in Hinsicht auf die wirtschaftliche Kooperation die Bundesrepublik Deutschland eine spezifische Rolle spielt?

Zwischen der Slowakei un dem östlichen Teil Deutschlands gab es seinerzeit sehr enge wirtschaftliche Beziehungen. Diese greifen auf das gesamte Territorium der BRD über, im Unterschied zur Vergangenheit sind es private und persönliche Verbindungen slowakischer und deutscher Unternehmer. Die Kooperation mit ihnen hat für die Slowakei große Bedeutung für die Zukunft. Gegenseitige Kontakte werden vorallem im Bereich des Bauwesens, der Chemie und Textilproduktion entwickelt, die Ausweitung auf weitere Bereiche ist zu erwarten. Aus der Sicht des Außenhandels ist für die Slowakei die Bundesrepublik Deutschland bereits heute das Land der ersten Wahl von den EU-Länder.

Vorbereitet von ¼ubomír Mešánek

Slovak Trade FORUM