Beim Export sind sowohl osteuropäische als auch westeuropäische Märkte bedeutend

So könnte man die Antworten der Manager von einigen Gesellschaften, die als Beste Exporteure des Jahres 1997 vom Wirtschafstministerium der Slowakischen Republik geehrt wurden, zusammenfassen. Wir haben ihnen drei folgende Fragen gestellt:

  1. Auf welche Auslandsmärkte orientieren Sie Ihre Exportaktivitäten?
  2. Was unternehmen Sie für die Verbesserung der Exportfähigkeit Ihrer Gesellschaft?
  3. Welche Vision der Exportstrategie haben Sie für die Zukunft?

Ivan Kaòák, Generaldirektor, Casssovia ded Glass GmbH, Košice:

  1. Unsere Gesellschaft wurde im Jahre 1992 gegründet. Unmittelbar darauf wurden wir auf dem japanischen und australischen Markt heimisch. Wir beschleunigen unseren Export auch in Fernost und auf dem amerikanischen Kontinent. In Westeuropa sind es vor allem Spanien, und Portugal. Jetzt sind wir bestrebt endlich auf die Märkte der ehemaligen Sowjetunion durchzudringen.
  2. Wir wollen auch weiterhin vor allem Auslandsmärkte besetzen. Hier wollen wir uns mit der Qualität unserer Erzeugnisse, die international anerkannte Qualitätszertifikate besitzen, durchsetzen. Experten vergleichen unsere Produkte mit tschechischen, wir haben eigenes Know-how und unsere eigene Strategie für den Außenhandelsbereich. Wir sind im Wettbewerb auf den Auslandsmärkten erfolgreich.
  3. Unsere Exportvision ist es, daß wir uns auf dem russischen Markt durchsetzen.

Dipl.-Ing. Ján Èamaj, Direktor, RANSAN GmbH, Banská Štiavnica:

  1. Wir sind in unserer Produktion auf die Herstellung der Strickwaren-Oberbekleidung spezialisiert. Auf den westeuropäischen Märkten setzen wir uns ausschliesslich mit der Qualität durch. Diese erlaubte uns ständige Kunden in Deutschland, Österreich und in Italien zu finden.
  2. Wir setzen vor allem auf die Qualität der Produktion, wir fördern Spitzenleistungen von jedem unserer Facharbeiter, wir verwenden beste Materialien. Eine weitere Qualitätsverbesserung wollen wir mit dem Einkauf neuer Technologien - der Strickmaschinen erreichen.
  3. Unsere Exportstrategie bleibt auch für die Zukunft die Ausweitung unserer Aktivitäten auf den traditionellen Auslandsmärkten.

Dipl.-Ing. Ladislav Nemec, Generaldirektor, Bardejovské pozemné stavby AG, Bardejov:

  1. Auslandsunternehmungen in der Baubranche sind äusserst kompliziert. In ganz Europa gibt es einen Überschuß an Baukapazitäten. Unsere Exportexpansion orientieren wir fast ausschliesslich auf den Markt in Russland und in der Ukraine. Nach 1990 verliesen zahlreiche slowakische Bauunternehmen Russland und suchten im Westen nach Möglichkeiten. Wir haben uns auch auf Deutschland orientiert, doch haben zugleich unsere Position auf dem russischen Markt gefestigt, was russische Investoren zu schätzen wußten. Neben Linienbau bauen wir hier Schulen, Krankenhäuser, Kühl- und Gefrierfabriken.
  2. Unsere erreichten Positionen auf den Auslandsmärkten versuchen wir durch Direktkontakte zu russischen Investoren und durch Realisierung von Bauarbeiten für zahlungskräftige Investoren aufrechtzuerhalten.
  3. Unser Interesse ist es auch auf andere Märkte zu gelangen, z.B. auf den Markt in Kasachstan. Hier gibt es große Konkurrrenz - angeboten werden hier Bauarbeiten durch jugoslawische, türkische, finnische und deutsche Unternehmen. Wir möchten uns auch auf dem Markt in Russland und in der Ukraine behaupten, was aber nicht einfach ist, da es auch hier Probleme mit der Beschäftigung der arbeitsfähigen Bevölkerung gibt. Ukrainische und russische Gewerkschaftsverbände machen alles dafür, um uns fern zu halten. Eine der möglichen Lösungen wäre die Schaffung slowakisch-ukrainischer und slowakisch-russischer Unternehmen.

Dipl.-Ing. Jozef Artim, Prokurist Asparagus GmbH, Ve¾ké Leváre:

  1. Wir sind der einzige Spargel-Produzent in der Slowakei. 90 Prozent der Produktion geht ins Ausland, davon 70 Prozent nach Deutschland, 30 Prozent nach Österreich.
  2. Wir sind bemüht möglichst viele deutsche Ehrungen zu erreichen, einige befinden sich bereits in unserem Besitz. Auf dem deutschen Markt wurden wir bereits in die gesamtdeutschen statistischen Vergleiche aufgenommen. Aus gesamtslowakischer Sicht sind wir einer der wenigen landwirtschaftlichen Betriebe die erfolgreich exportieren, und haben als einzige im Bereich der Landwirtschaft die Ehrung des Wirtschaftsministeriums der Slowakischen Republik für führende Exporteure 1997 erreicht.
  3. Unsere Exportabsichten für die Zukunft sind durch die Nachfrage bedingt. Wir wollen vor allem Großabnehmer auf unsere Seite gewinnen, z.B. die Unternehmen Etika und Tanglmayer. Auch bei der Qualitätsbewertung möchten wir bessere Ergebnisse als die europäische Norm festlegt, erreichen.

Zoltán Demján, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor, HIROCEM AG, Rohožník:

  1. Die Exportposition unserer Firma ist ihre entscheidende Existenzsicherheit. Wir sind fähig, jährlich mehr als 4 Millionen Tonnen Ziment herzustellen, der Jahresverbrauch in der Slowakei beträgt 1,6 Millionen Tonnen. In Deutschland waren wir mit unserem billigen Ziment erfolgreich. Die Zimentpreise in Deutschland fallen ständig, immer billigeres Ziment wird aus den osteuropäischen Staaten angeboten. Unsere Lage wird auch durch die Tatsache kompliziert, daß die Transportpreise liberalisiert wurden. Daneben ist der Transit durch die Tschechische Republik so kostspielig, dass der Zimentexport in die BRD für uns nicht mehr interessant ist.
  2. Gegenwärtig bereiten wir wirksame Maßnahmen für die Erhöhung und Stabilisierung der Exportfähigkeit unserer Firma. In Österreich nimmt unsere Tochtergesellschaft CEMROK ihre Tätigkeit auf.
  3. Wir haben eine Langzeit-Exportstrategie. Genaueres möchte ich nicht verraten, da in der Ziment-Industrie ein sehr harter und erbarmungsloser Konkurrenzkampf herrscht. Der Exportmarkt größter Wichtigkeit für uns bleibt weiterhin Österreich.

JUDr. Peter Zima, Direktor, WOODING GmbH, Banská Štiavnica:

  1. Unsere Gesellschaft befasst sich mit der Holzproduktion. Das Produktionssortiment besteht aus kleinen Gartenhäusern, Möbeln, Interieur-Einrichtungen und Haushalts-Gegenständen. 96 Prozent der Produktion geht ins Ausland, vor allem nach Deutschland, Österreich und Italien. Wir beginnen mit Exporten auch in die Schweiz.
  2. Die Märkte in Osteuropa, vor allem in der Ukraine und im Weißrussland, üben auf uns große Anziehungskraft aus, wir versuchen auch auf den russischen Markt zu gelangen. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, gibt es große Absatzmöglichkeiten. Für den Export müßen entsprechende Bedingungen geschaffen werden. In der Qualität der Produktion stehen wir in nichts den westeuropäischen Firmen nach, das bestätigt auch das realisierte Exportvolumen.
  3. Unsere Exportvision ist Osteuropa.

Dipl.-Ing. Danka Telecká, Prokuristin, TC CONTACT GmbH, Nové Mesto nad Váhom:

  1. Unsere Firma stellt verschiedene Maschinenanlagen, z.B. Aufspulmaschinen, Mähmaschinen sowie Spezialeinrichtungen her. Rund 94 Prozent der Produktion werden exportiert, vor allem in die Schweiz, Deutschland, Italien, Belgien, Österreich und in die Niederlande. Zu unseren größten Abnehmern gehören die deutschen Firmen Philips und Festo.
  2. Aus der Sicht der Erweiterung der Exportmöglichkeiten sind für uns die Anfordernisse der ausländischen Kunden ausschlaggebend. Es ist nicht immer leicht sie zu erfüllen. Hohe Ansprüche werden auf Qualität und Pünktlichkeit gestellt. Wir werden zuerst mit Durchführung einiger technischen Schlüsseloperationen überprüft. Erst wenn der Partner der Überzeugung ist, daß wir fähig sind seinen Vorstellungen und der Produkt-Dokumentation zu entsprechen, wird die Herstellung eines Prototyps, an dem er interessiert ist, vergeben. Wir sind um Bestellung der Herstellung gesamter Maschinenanlagen und nicht nur der einzelnen Bestandteile bestrebt.
  3. Eine Vision der Exportstrategie basiert auf dem Ziel, weiterhin den jetzigen Exportanteil von 94 Prozent an der Produktion zu halten. Wir haben eine relativ sehr hohe Gewinnschöpfung erreicht. Ungefähr 25 Prozent des Gewinnes aus dem Export verwenden wir für den Einkauf von Material. Unsere Produkte entsprechen allen Kriterien, die das Zertifikat gemäß der ISO Normen der Reihe 9000 vorschreibt, das ergab eine firmeninterne Überprüfung.

Dipl.-Ing. Milan Sedlák, Generaldirektor, SCA MÖLNLYCKE GmbH, Gemerská Hôrka:

  1. Unser Produktions-Grundsortiment sind Hygieneprodukte für Kinder und Frauen, z.B. Kinderwindeln LIBERO, oder für Frauen die Marke LIBRESSE. Wir sind Bestandteil eines führenden internationalen Konzerns. Wenn ich kurz die Exportergebnisse unserer Produktion bewerten sollte, so kann ich feststellen, daß sich der Export seit 1992 verzwanzigfachte. Gegenwärtig sind wir die einzige europäische Firma, die im Stande ist starken amerikanischen Firmen Procter and Gamble, oder Johnson and Johnson zu konkurrieren. Eine führende Stellung haben wir nicht nur auf zahlreichen europäischen, sondern auch auf dem russischen Markt.
  2. Gegenwärtig planen wir keine besonderen Maßnahmen für die Verbesserung unserer Exportmöglichkeiten, wir verfahren nach dem bewährten Export-Know-how des Konzerns.
  3. Unsere strategische Exportvision auch in die weitere Zukunft ist die Verbesserung unserer Position in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, wo wir im internationalen Wettbewerb die führende Position beim Export anstreben.

Ing. Martin Ciran, Generaldirektor, WHIRLPOOL AG , Bratislava:

  1. Im Vorjahr haben wir ins Ausland, europaweit, mehr als 300 Tausend Waschmaschinen ausgeführt. Das sind mehr als 85 Prozent der Produktion. Das Exportvolumen betrug mehr als 2 Mrd. slowakischer Kronen. Für eine Gesellschaft die weniger als 400 Angestellte hat, bedeutet es eine schöne Leistung. Der Erfolg wurde, selbstverständlich auch dadurch möglich, weil wir Bestandteil einer großen übernationalen globalen Gesellschaft sind. Das ermöglicht uns den direkten Zugriff auf Märkte, was ein Beispiel der Hilfe des Auslandskapitals für slowakische Exporte sein kann. Wir sind Bestandteil der Whirlpool Corporation, des weltweit größten Produzenten für große Haushaltstechnik. Z.B. in Nordamerika sind wir die "Nummer Eins". In Europa befinden wir uns auf dem 3. Platz hinter Elektrolux und Siemens, die zu unseren größten Konkurrenten gehören. Eine starke Position haben wir in Mitteleuropa - in Polen, Ungarn, Tschechien. Wir sind in Argentinien, beginnen mit Exporten nach Südafrika, in den Nahen und Mittleren Osten, in die Baltikum-Länder, nach Russland und in die Ukraine.
  2. Unsere Gesellschaft unternimmt Schritte, um die Ausfuhrmöglichkeiten ständig zu verbessern. In diesem Jahr erhöhen wir die Produktion, verbreitern das Sortiment. Bislang haben wir Waschmaschinen hergestellt, in die von oben Wasche hinengegeben wurde, in diesem Jahr beginnen wir mit der Herstellung der "Vorderlader". Wir erwarten eine Produktionssteigerung von 40 Prozent. Hergestellt werden mehr als eine halbe Million Waschmaschinen. Daneben erreichen wir international anerkannte Qualitätszertifikate. Die hohe Qualität der Produktion ist die wichtigste Voraussetzung für erfolgreiche Ausfuhr.
  3. Die Vision unserer Exportstrategie beruht auf der komplexen Vision der globalen Gesellschaft mit weltweitem Tätigkeitsbereich, deren Bestandteil wir sind. Ihre Vision ist es, überall zu sein, in jedem Haushalt. Derzeit haben wir Vertretungen in 140 Ländern der Welt, unsere globale Gesellschaft will ihre Vertretung weiter ausbauen. Allein in Europa haben wir 10 Produktionsbetriebe, jeder von ihnen stellt etwas anderes her. Jeder Betrieb bemüht sich gesamteuropäischen, asiatischen oder afrikanischen Bedürfnissen zu entsprechen. Der Betrieb in Poprad stellt Waschmaschinen für Europa her. Wenn in diesem Jahr 600 Tausend Waschmaschinen für Europa hergestellt werden, so werden es in 2 Jahren 1 Million Waschmaschinen für Europa sein.

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