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| Jeder Produzent sucht im Ausland nach strategischen Partnern |
Ende
Februar 1998 wurde vom Präsidenten der Republik für den Posten des Wirtschaftsministers
ein neuer Mann ernannt. Ing. MILAN CAGALA war vor seiner Ernennung zum
Minister Generaldirektor der Firma VZDUCHOTECHNIKA in Nové Mesto nad Váhom.
Bei seinem Amtsantritt deklariertet er seine wichtigsten Ziele. Er will
sich auf die Senkung des Negativsaldos des Außenhandels der Slowakischen
Republik konzentrieren, den Anlauf für die Maschinenbau-Unternehmen und
strategische Partner für diesen Bereich besorgen und den Fremdenverkehr
ankurbeln, da dieser zu geringe Einnahmen verzeichnet. Über einige Aspekte
dieser Prioritäten sprach mit dem Minister ¼ubomír Mešánek.
Herr Minister, bestehen slowakische Waren besser in der Konkurrenz auf dem EU-Markt oder in Russland?
Ich sehe heute keinen Unterschied bei den Ansprüchen, auch auf dem russischen Markt ist die Ware aus den wirtschaftlich hochentwickelten Länder heimisch geworden. Eine schlechtere Qualität ist möglich, doch nur ausnahmsweise bei bestimmten Waren und für kurze Zeit. Der russische Markt ist für uns aus der Sicht der Preisverhältnisse interessanter.
Was ist für unsere Exporteure die wichtigste Frage, was bereitet ihnen die größten Probleme?
Das größte Problem für unsere Exporteure ist die Tatsache, daß sie nicht über "lagfristiges" und "billiges" Geld verfügen können, damit sie mit der Konkurrenz ihrer Kollegen aus den wirtschaftlich hochentwickelten Ländern mithalten können. Im Westen bekommen Exporteure günstige Kredite - mit einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren - für 2 - 3 Prozent, bei uns bekommt man sie weder für so lange Zeit, noch für solch günstigen Kreditpreis.
Wie sehen Sie die Notwendigkeit der Auslandsinvestitionen am slowakischen Markt?
Auslandsinvestitionen sind für die Slowakei notwendig, ich denke, wir werden schon bald mit der Menge und Höhe der Investitionen aus dem Ausland mit den Nachbarländer gleichziehen. Jeder vernünftige Produzent sucht heute nach strategischen Partnern im Ausland, er erwartet von ihnen Investitionen und Absatzmärkte. Wir können uns in keinem Elfenbeinturm einschliessen, die Mehrheit der slowakischen Unternehmen kann es sich einfach nicht leisten. Genügende Mengen billiger Exportkredite wird es in der Slowakei noch lange nicht geben.
Ausländische Investoren beklagen sich über die slowakische Gesetzgebung, die sie von größerer Initiative abhält. In der letzten Zeit wurde die Vorbereitung der Änderung einiger Rechtsnormen angekündigt. Diese sollten dem Auslandskapital den Zutritt zum slowakischen Markt leichter machen ...
Es handelt sich dabei um die Novelle des Steuergesetzes. Vorgeschlagen wird, daß für ausländische Partner die in der Slowakei im Zeitraum von 5 Jahren mehr als 200 Millionen Kronen anlegen, bis zu 75 Prozent der Steuerbemessungsgrundlage verziehen werden könnte. Das auf diese Weise "gewonnene" Geld muß vom Anleger wieder in das Unternehmen, das er besitzt oder wo er sein Geld angelegt hat, investiert werden.
Welche Prioritäten haben Sie bei Ihrem Amtsantritt für den Bereich des Exports gefasst?
Ich habe zu mir gesagt, wir müßen um jeden Preis die passive Handelsbilanz verringern. Deshalb habe ich und werde auch in der Zukunft notwendige Maßnahmen für die Entfaltung des Außenhandels treffen.
Mit welchen Erkenntnissen sind Sie nach Ihrer Deutschland-Reise im April d. J. nach Hause zurückgekehrt?
In der Dellegation befand sich auch der Regierungsbevollmächtigte für den Ausbau der Automobilindustrie sowie Vertreter einiger slowakischer Unternehmen. Nach den Verhandlungen, kann ich eindeutig beiderseitiges Interesse an der Weiterentwicklung der gegenseitigen wirtschaftlichen Beziehungen bestätigen. Die deutsche Seite war an der Weiterführung der Privatisierung in der SR interessiert, Zustimmung fand die slowakische Forderung nach einer selbständigen Dellegatur der deutschen Wirtschaft in der Slowakei. Unter anderen hat das deutsche Unternehmen Continental ernstes Interesse an einer bedeutenden Kapitalbeteiligung am Unternehmen Matador Púchov gezeigt, sowie die Vertreter der Firma Volkswagen AG ihre Investitionsvorhaben bestätigt. Ich kann sagen, der Besuch hat seinen Zweck erfüllt.
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