Territorialinformation
Name: Slowakische Republik
Fläche: 49.030 Quadratkilometer
Bevölkerungsanzahl: 5,374 Mill. Einwohner (1996)
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner pro Quadratkilometer
Gebietsaufteilung: 8 Kreise, 79 Bezirke
Tag der Gründung: 1. 1. 1993
Hauptstadt: Bratislava, 452.290 Einwohner
Bevölkerungs-Zusammensetzung: über 86% Slowaken; 10,5% Ungarn; 1,5% Roma; 1% Tschechen; 0,6% Ruthenen und Ukrainer; 0,1 Deutscher; 0,3% sonstige
Religions-Gemeinschaften: Christen, rund 60% römisch-katholisch, rund 6% slowakisch-evangelisch, 3,4% griechisch-katholisch. (Insgesamt sind in der Slowakei 15 Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie 48 Orden und Kongregationen registriert)
Staatssprache: Slowakisch
Staatsfeiertag: 1. Januar - Tag der Gründung des Staates
Staatsaufbau: Republik - parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt: Staatspräsident, vertritt den Staat nach außen, schließt internationale Vereinbarungen ab und ratifiziert Gesetze die vom Nationalrat verabschiedet werden. Nach dem Ablauf des Mandates des ersten Staatsoberhauptes Michal Kováè, übt gemäß der Verfassung die Regierung der Slowakischen Republik unter der Führung von Premier JUDr. Vladimír Meèiar die Präsidenten-Vollmachten aus, den Präsidenten wählt das Parlament für eine Amtszeit von 5 Jahren.
Gesetzgebendes Organ: der Nationalrat der Slowakischen Republik ist das einzige verfassungs- und gesetzgebendes Organ des Landes. Dem Parlament, das jeweils für einen Zeitraum von 4 Jahren in allgemeiner, gleicher, direkter und geheimer Wahl gewählt wird, gehören 150 Mitglieder an. Einfache Gesetze werden bei Anwesenheit von mindestens der Hälfte aller Abgeordneten und mit Zustimmung von mindestens der Hälfte der Anwesenden beschlossen. Zur Verabschiedung von Verfassungsgesetzen und zur Wahl des Präsidenten ist eine Dreifünftelmehrheit aller Abgeordneten erforderlich
Landesorgane: Regionale und örtliche staatliche Verwaltung, auf örtlicher Ebene gibt es auch eine Selbstverwaltungen
Regierungsvorsitzender: JUDr.Vladimír Meèiar (HZDS), ernannt am 13.12.1994 für eine Amtszeit von 4 Jahren. Die jetzige Regierung bildet eine Koalition der Bewegung für eine demokratische Slowakei (HZDS) mit der Slowakischen Nationalpartei (SNS), der Vereinigung der Arbeiter der Slowakei (ZRS) der Neuen Argarpartei (NAS) und der Slowakischen Grünenalternative (SZA)
Anzahl der Ministerien: 18
Der Nationalrat der Slowakischen Republik: Ivan Gašparoviè - Vorsitzender
Die größten politischen Parteien: HZDS, SNS, ZRS - regierende Koalition; Partei der demokratischen Linke (SD¼) Demokratische Union (DÚ), die Christlich-demokratische Bewegung (KDH), die Ungarische Koalition (MK), sonstige Währung: Slowakische Krone 1 Sk = 100 Halierov (Heller), Mittelkurs zur Orientierung: 1 DEM = 20 Sk

Wichtigste Posten im Außenhandel der Slowakischen Republik:

Ausfuhr: 39,5% sind Rohstoffe und einfache Halbfertigprodukte, 11,5% chemische Erzeugnisse, 27,5% Maschinen und Verkehrseinrichtungen.


Kurze Beschreibung der Wirtschaft

Die Wirtschaft der Slowakischen Republik hat 1994 erstmals seit 1990 wieder ein Wachstum erzielt. Hierzu haben insbesondere die gestiegene Auslandsnachfrage und der Aufschwung in der privaten Wirtschaft, vor allem im Dienstleistungssektor, beigetragen. Makroökonomische Kennziffern der folgenden Jahre bestätigen, daß es sich um eine Wirtschaftsbelebung mit Langzeitcharakter handelt. Es ist gelungen, die Inflation einzudämmen, die nationale Währung stabil zu halten und die Industrieproduktion sowie die Devisenreserven wesentlich zu erhöhen.

Starke regionale Unterschiede:

In den einzelnen Landesteilen gestaltet sich die wirtschaftliche und soziale Entwicklung zunehmend differenzierter. Das zeigt sich im besonderen in der Arbeitslosenrate, die in einigen Kreisen überdurchschnittliche Werte erreichen. Eine besonders hohe Arbeitslosenrate - über 22% wird in den Kreisen: Rimavská Sobota, Revúca, Vranov nad Top¾ou, Rožòava, Trebišov, Michalovce, Stropkov, Ve¾ký Krtíš und Sobrance erreicht.

Die Westslowakei ist flächenmäßig die kleinste der drei slowakischen Regionen, hat jedoch die größte Einwohnerzahl aufzuweisen. Den größten Teil der Region nimmt die fruchtbare Donautiefebene - die Hauptkornkammer der Slowakei - ein, wo Getreide, Zuckerrüben und Gemüse angebaut werden. Das größte Industriezentrum der Region und zugleich der Slowakei ist Bratislava. Die Hauptstadt ist ein bedeutendes Zentrum der petrochemischen und chemischen Industrie, des Maschinenbaus, der elektrotechnischen, Lebensmittel- und Textilindustrie. Von den mineralischen Bodenschätzen kommt den Öl- und Erdgaslagerstätten in der Záhorská nížina die größte Bedeutung zu. Auch gibt es ausreichend Baustoffe und zahlreiche Mineralquellen. Beachtliche Maschinenbaukapazitäten befinden sich außer in Bratislava vor allem in Komárno (Schiffsbau), Myjava, Trnava, Nitra, Zlaté Moravce und Trenèín. Erwähnenswert sind die Zentren der Chemieindustrie in Ša¾a, Senica und Hlohovec, die großen Kapazitäten der Bekleidungsindustrie in Trenèín und Topo¾èany, der Lederindustrie in Partizánske und in Bošany sowie der Lebensmittelindustrie. Die Region profitiert insbesondere durch ihre Nähe zu Österreich.

Die Mittelslowakei ist die flächenmäßig größte, jedoch die dünnbesiedeltste slowakische Region. Jahrhunderte alt sind hier die Traditionen im Bergbau. Blei- und Zinkerze werden heute noch in Banská Štiavnica und Antimon-Erze in den Bergen der Niederen Tatra gefördert. Beachtlich ist die Förderung von Nichterzrohstoffen. Der Braunkohlenbergbau ist im Gebiet von Handlová - Prievidza, die Lignitförderung bei Nováky konzentriert. In gesamtstaatlichem Maßstab ragt die Region in der Holzverarbeitung, im Maschinenbau, im Hüttenwesen (Produktion von Aluminium, Edelstahl und Eisenlegierungen) sowie in der chemischen und Gummiindustrie hervor. Beträchtliche Kapazitäten bestehen in der Bekleidungs-und Lebensmittelindustrie. In der Landwirtschaft überwiegt die tierische Erzeugung.

Die Ostslowakei, die einst zu den wirtschaflich rückständigsten und ärmsten Teilen der Slowakei gehörte, dominieren heute vor allem das Hüttenwesen, der Schwermaschinenbau sowie die Chemiefaser-, Papier- und Holzindustrie. Den Mineralreichtum der Region bilden Kupfererze und Magnesit im Slowakischen Erzgebirge sowie kleinere Lagestätten von Nichteisenerzen, Asbest in Dobšiná, Quecksilber bei Merník, Kochsalz bei Prešov und Michalovce. Vorhanden sind auch Eisenerz- und Manganvorkommen, die jedoch gegenwärtig nicht ausgebeutet werden. Das bedeutendste Unternehmen in der Region, das Stahlwerk Východoslovenské železiarne Košice, verarbeitet Eisenerz aus der GUS, hauptsächlich für die Erzeugung von Blechen und Profilen. Košice ist das zweitgrößte Industriezentrum der Slowakei. Der Maschinenbau ist in Košice (Industrieanlagen), Snina (Landmaschinen), in Prešov (Elektrotechnik, Wälzlager) und in Poprad (Waggonfabrik) vertreten. Die chemische Industrie ist in Strážské (Schwerchemie), Humenné und Svit (Kunstfasern) konzentriert. In einer ganzen Reihe von Städten bestehen beträchtliche Produktionskapazitäten für die Bekleidungs- und Lebensmittelindustrie (Prešov, Košice, Trebišov, Poprad, Spišská Nová Ves u.a.). Überregionale Bedeutung hat auch die baukeramische Industrie.

Wirtschaftsstruktur:

Die heutige Wirtschaftsstruktur des Landes ist im Vergleich mit der ehemaligen tschechischen Schwesterrepublik durch einige historisch entstandenen Besonderheiten gekennzeichnet. In der Zeit der Gründung der ersten Tschechoslowakischen Republik war die Slowakei ein rückständiges Wirtschaftsgebiet, überwiegend landwirtschaftlich ausgerichtet. Heute ist die Slowakei ein industrialisiertes Land und gilt unter den osteuropäischen Staaten - gemessen am BIP pro Einwohner - als eines der leistungsfähigsten Länder. Der Anteil der Industrie am Bruttosozialprodukt wurde 1992 mit 32 Prozent angegeben. Die Bauwirtschaft war mit 6,8%, die Landwirtschaft mit 6,2% und der Anteil der Dienstleitungen erreichte 55%.

Der Schwerpunkt der industriellen Entwicklung in der Zeit vor der Transformierung lag vor allem auf den energie- und rohstoffintensiven Bereichen der Metallurgie, der Rüstungsindustrie, der Energiewirtschaft und der chemischen Industrie. In Bereichen, die zum großen Teil von Lieferungen aus der ehemaligen Sowjetunion abhängig waren. Die Wirtschaftsstruktur wurde so voll den Bedürfnissen des RGW-Handels untergeordnet. Im Verlauf des Aufbaues der Marktwirtschaft kam es zu schrittweisen Veränderungen der Brancehnstruktur an der Produktion des BIP. Im Jahre 1997 sank der Anteil der Industrie auf 28,2%, des Bauwesens auf 5,3%, der Landwirtschaft auf 4,8%, gestiegen ist gleichzeitig der Anteil der Dienstleistungen im Allgemeinen auf 61,7%.

Die chemische und pharmazeutische Industrie ist mit einem Anteil von knapp einem Fünftel an der gesamten Industrieproduktion des Landes, der bedeutendste Industriezweig des Landes. Sie gilt als einer der effizientesten Wirtschaftsbereiche.

Zentren der chemischen, pharmazeutischen und Gummiindustrie sind vor allem:

Der Maschinenbau hatte in den 80er Jahren einen starken Zuwachs verzeichnet, war jedoch einseitig auf die Bedürfnisse des ehemaligen sowjetischen Marktes sowie auf Komplettierungserzeugnisse für tschechische Betriebe ausgerichtet. Die Überwindung dieser Abhängigkeit ist heute eines der hauptsächlichen Strukturprobleme in der Branche.

Im Bereich der elektrotechnischen und elektronischen Erzeugnisse ist der Modernisierungsbedarf aufgrund veralteter Technologien besonders groß. Viele Betriebe der Branche mußten aufgrund ihrer nichtkonkurrenzfähigen Produktion und fehlender Strategien für die Aufnahme moderner Erzeugnisse in das Produktionsprogramm beträchtliche Produktionseinbußen hinnehmen.

Zu den bedeutenden Zentren des Maschinenbaus und der Elektrotechnik/Elektronik gehören:

Das Hüttenwesen ist einer der Exportpfeiler der slowakischen Wirtschaft. Zentren der Hüttenindustrie sind:

Die Baustoffindustrie hat in den vergangenen Jahren einen nicht unwesentlichen Teil ihrer Produktion auf westliche Märkte geliefert. Die Exporte konnten jedoch nicht die geschrumpfte Inlandsnachfrage nach Baustoffen kompensieren. .

Die Nahrungsmittelindustrie gehört mit einem Anteil von über 15% an der gesamten Industrieproduktion zu den führenden Branchen der Wirtschaft. Unternehmen gibt es praktisch in allen größeren Städten und Gemeinden der Slowakei.

Im Bereich der Holzverarbeitung werden zwei Ziele verfolgt: Die Entwicklung der mechanischen Holzbearbeitung durch Modernisierung der holzverarbeitenden und Möbelindustrie und die Entwicklung der chemischen Holzverarbeitung, d.h. Modernisierung, Intensivierung und umweltschonende Technologien für den Industriebereich Zellulose / Papier.

Zu den bedeutendsten Zentren der Holz- und Papierindustrie gehören:

Zu den Standortvorteilen für ausländische Investoren in der Slowakei gehören:

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